Wer bist du?

Wenn Dich jemand fragt "Wer bist Du?"

Wie lautet Deine Antwort?

Antwortest Du mit Deinem Namen?

Mit Deinem Beruf?

Mit Deiner Rolle in Deinem Leben wie zum Beispiel "Freund/Freundin von..."?

Wie lautet Deine Antwort, wenn ich Dich bitte Dir selbst diese Frage zu stellen "Wer bist Du?"

Ich habe lange keine Antwort auf diese Frage gefunden. Und ich bin auch davon überzeugt, dass sich diese Frage nicht gleich in einem Satz beantworten lässt, sondern dass es verschiedene Schichten in uns sind die wir durchleben, durchforsten und durchschreiten dürfen bevor diese Antwort sich in ihrer wundervollen Klarheit für uns selbst zeigt.

Diese Frage ist der Motor, der uns antreibt um die Reise zu unserem Kern anzutreten und immer weiter und weiter zu gehen, bis wir uns in uns gefunden haben.

Diese Reise ist wie eine Reise ins Weltall oder zum Erdkern. Wir haben eine vage Idee davon was uns vielleicht erwartet. Wir wissen aber nicht, wie es sich anfühlen wird und auch erkennen wir oft nicht gleich die Bedeutung dessen was sich zeigt.

Es ist eine Reise tief in unseren Seelenkeller, in dem wir eine Weile in Gummistiefeln herumlaufen um zu erkennen, was dort alles liegt. Was angesehen werden und in uns seinen Platz finden möchte, oder was wir endlich in Liebe loslassen können.

Es ist eine Reise zu unseren Ahnen, um zu erforschen was von uns wirklich zu uns gehört, und was wir von unseren Ahnen übernommen haben und nun weiterleben. In uns allen schlummern unterbewusste Loyalitäten zu unseren Eltern, Großeltern, Geschwistern und manchmal auch Onkel und Tanten. Das sind Verstrickungen, die uns davon abhalten unser vollstes Potential zu leben. Das Lösen dieser Verstrickungen löst keine Verbindungen. Es löst nur das, was uns nicht gut tut.

Es ist eine Reise zu unserem Umfeld. Was nährt unsere Seele und unseren Geist. Was tut uns gut? Wir sollten uns die Frage stellen, ob wir UNS leben, oder ob es die Erwartungen anderer sind , die wir leben, die sie (unbewusst) an uns stellen.

Es ist eine Reise zu unseren Glaubenssätzen. Was glauben wir über uns? Was glaubst Du über Dich? Alles was wir bis zu unserem sechsten Lebensjahr von Menschen gehört haben, die uns sehr nahe stehen ist ungefiltert in unser Unterbewusstsein gelangt, weil sich das Bewusstsein erst ab diesem Alter anfängt auszubilden. Und wenn wir danach oft genug gehört haben was wir alles nicht können oder was wir alles sind oder auch nicht sind, findet auch dies einen festen Platz in unserem Unterbewusstsein und steuert uns.

Sich der Frage zu stellen "Wer bist du?" ist der Beginn einer Reise zu uns. Einer Reise über Berge und durch Täler. Eine Reise die uns tiefe Ozeane ungeweinter Tränen durchschwimmen lässt und in der wir Nebelbänke des Verloren-Seins durchlaufen. Mit jedem Schritt den wir gehen, mit jeder Verstrickung, die wir lösen, mit jedem Glaubenssatz den wir transformieren finden wir mehr und mehr zu uns und gelangen immer mehr in die Nähe zu unserem Kern. Zu dem "Wer bin ich".

Ich befinde mich noch inmitten meiner Reise und genieße jeden Moment an dem sich wieder etwas löst, ich wieder mehr verstehe von mir und meinem Leben. Ich möchte keinen Augenblick dieser Reise vermissen, auch nicht die Momente im Ozean oder im Seelenkeller.

Ich bekomme langsam eine Idee davon wer ich bin, und was meine Aufgabe ist. Und das erfüllt mich tief in meinem Herzen.

Ich wünsche mir für Dich, dass Du Dich auf Deine Reise begibst - vielleicht bist Du ja auch schon unterwegs - und diese Reise genießt. Es ist zwar eine Reise über Stock und Stein, aber eine Reise die Dich nähren und erfüllen wird und viel Leichtigkeit und Freude in Dein Leben bringen wird.





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